Liebes Tagebuch,
was für ein toller Tag heute ist. In der Sportstunde habe ich ein paar Leuten meine Meinung gegeigt, danach saß ich in Latein und habe ihn die ganze Zeit angeschaut, jede kleinste seiner Bewegungen verfolgt und ich habe zum ersten mal seine Stimme gehört. Leise und zurückhaltend und ich war wie in Trance. Ich hab' aber das Gefühl, er findet mich zu durchgedreht, zu hibbelig. In seiner Gegenwart kann ich einfach nicht anders sein, weil ich dann einfach implodiere. Aber es war so ein schönes Gefühl, ihn zu sehen. Als ich in die Klasse kam (ich habe ja eigentlich kein Latein, aber mein Französisch fiel aus) sah er mich die ganze Zeit an, bis die Pause vorbei war. Ich habe ihn bisher nur mit gesenktem Kopf und leerem Blick gesehen, so wie in den Pausen, aber heute war es, als könnte er mir genau in den Kopf schauen und jeden meiner Gedanken auffangen. Nach der Schule bin ich dann mit einigen Freunden skaten gegangen und danach essen, habe sogar von einem von ihnen den Pullover bekommen. Ich habe meine Freunde echt gern, trotzdem kann ich ihnen nie sagen, was in mir vorgeht, weil sie es nicht verstehen. Sie hatten meine Probleme selbst nicht erfahren, von daher können sie meine Gedankengänge einfach nicht verfolgen, aber das ist ok. Ich kann trotzdem mit ihnen reden, selbst wenn sie mir nicht helfen können. Aber das einzige, was mir gerade wieder im Kopf herrum schwirrt ist er. Dieser Junge, mit den braunen Haaren, der blassen Haut, diesem traurigen schon fast verzweifelten Blick, einfach jeder seiner bewussten, jedoch zurückhaltenden Bewegungen und seiner leisen, wundervollen Stimme. Ich liebe ihn.. ich liebe ihn!
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